Verpackung - weniger ist mehr!

23.01.2019 13:31

Wir wollen ein Anbieter von nachhaltigen Körperpflegeprodukten sein. Das bedeutet, das wir nicht nur darauf achten, dass in unseren Seifen und Cremes ausschließlich natürliche Rohstoffe verwendet werden und wir auf alle Inhaltsstoffe verzichten, die überflüssig oder grundsätzlich problematisch sind. Wir sind auch darauf bedacht, bei allen anderen Aspekten rund um unsere Produkte nachhaltige, umweltfreundliche und verantwortungsvolle Lösungen zu suchen und umzusetzen.

In den letzten Monaten hat sich das Thema „Verpackungen“ wieder etwas mehr ins allgemeine Bewusstsein gedrängt. Der Grund, zum 1. Januar 2019 ist das „Gesetz über das Inverkehrbringen, die Rücknahme und die hochwertige Verwertung von Verpackungen“ in Kraft getreten. Dieses Gesetz ersetzt die aus dem Jahr 1991 stammende Verpackungsverordnung und ist noch deutlicher, als es die Verordnung darauf ausgerichtet überflüssige Verpackungen ganz grundsätzlich zu vermeiden, notwendige Verpackungen auf ein Minimum zu reduzieren, umweltverträgliche Verpackungsmaterialien zu verwenden und die Hersteller von Produkten und den Handel zur richtigen Entsorgung der Verpackungen zu bewegen.

Für uns war das Thema Verpackung von Anfang an wichtig. Schon bevor wir im Jahr 2016 damit begonnen haben unsere Seifen, die wir bis dahin ausschließlich als Hobby hergestellt haben, zu verkaufen, haben wir uns intensiv mit der Verpackung beschäftigt.

Dabei war für uns vollkommen klar, dass die Verpackung auf das notwendige Minimum reduziert sein sollte und dabei aber vier wichtige Dinge gewährleisten mussten:

  1. In unseren Seifen sorgen ausschließlich naturreine, ätherische Öle und die anderen natürlichen Inhaltsstoffe für den Duft. Gerade die ätherischen Öle sind aber relativ leicht flüchtig. Die Verpackung sollte dazu beitragen, dass unsere Seifen, verpackt möglichst lange so „duft-frisch“ bleiben, wie nach dem Abschluss der vier- bis zwölfwöchigen Reifezeit, wenn sie verpackt werden.
  2. Nach Abschluss der Reifezeit haben unsere Seifen den optimalen Restfeuchtigkeitsgehalt. Dieser Feuchtigkeitsgehalt sollte sich nach der Verpackung nur noch langsam verändern.
  3. Obwohl die Verpackung den Duft bewahren und den Feuchtigkeitsgehalt möglichst gut halten sollte, darf die Verpackung einer Naturseife nicht vollkommen luft- und wasserdicht sein. Denn da wir keine chemischen Zusätze verwenden, die dafür sorgen, dass das Wasser in der Seife bleibt, ist ein gewisser Austausch von Feuchtigkeit mit der Umgebung notwendig.
  4. Unsere Verpackung sollte aus nachwachsenden Rohstoffen bestehen und gut abbaubar und wiederverwertbar sein. Es sollte also kein Risiko bestehen, das versehentlich nicht korrekt entsorgte Verpackungen als unverrottbarer Plastikmüll in der Natur herumliegen (Stichwort Microplastik).

Wir kamen relativ schnell zu der Erkenntnis, dass vor allem ein Verpackungsmaterial alle diese Eigenschaften mitbringt. Zellglas, bekannter unter dem Namen Zellophan. Unbeschichtetes Zellglas – also solches das nicht beschichtet oder bedruckt ist - besteht wie Papier aus Cellulose, lässt Wasserdampf passieren und ist vollständig biologisch abbaubar.

Ein angenehmer Nebeneffekt, Zellglas ist transparent, so dass man die tollen natürlichen Farben und Muster vieler unserer Sorten sehr gut sehen konnte.

Ergänzt haben wir diese Verpackungen durch Aufkleber (aus Recyclingpapier).

Der einzige Nachteil dieser Verpackung war im Grunde der Erklärungsbedarf, denn viele unserer Kunden hielten „dieses durchsichtige Folie“, in die wir unsere Seifen verpackt haben für einen normalen Erdöl-Kunststoff.

Auf der Vivanes, der Naturkosmetik-Messe in Nürnberg, haben wir dann im letzten Jahr etwas entdeckt, dass uns sofort begeistert hat. Ein Wachspapier, dass die gleichen Eigenschaften hat wie Zellglas (außer natürlich der Transparenz), dass aber nicht einfach nur biologisch abbaubar ist, sondern voll kompostierbar. Der Anbieter ergänzt dieses Papier dann auch noch mit voll kompostierbarem Klebeband.

Wir konnten glücklicherweise gleich von der Messe einige Bögen Papier und eine Rolle Klebeband mitnehmen. Nach einigen Versuchen bezüglich Papiergrößen und Verhalten der Verpackung haben wir unsere Verpackung dann im April 2017 auf das Papier von Compostella umgestellt. Auch wenn unsere Seifen dadurch in der Verpackung nicht mehr ganz so gut zur Geltung kommen. wink

Nur unsere Motivseifen verpacken wir nach wie vor in Beuteln aus unbeschichtetem Zellglas, weil sich diese Formen nicht gut, in Bezug auf den Papierverbrauch aber auch den Zeitaufwand bei der Verpackung, in ein Blatt Papier einwickeln lassen.

Es gibt das Compostella Papier aber auch Form kleiner Tüten, wir überlegen daher schon seit letztem Jahr, ob wir nicht auch die Motivseifen in Papierbeuteln, anbieten sollten. Was haltet ihr davon?

Unser Prinzip: So viel wie nötig, so wenig wie möglich!

Ganz nebenbei führt unser Verpackungskonzept dazu, dass wir nur sehr wenig Verpackungsmaterial benötigen.

Hier seht ihr eine Übersicht der von uns verwendeten Verpackungen. Die angegebenen Gewichte beinhalten immer sämtliches für die Verpackung notwendige Material, also neben dem Papier bzw. dem Beutel auch die Aufkleber und die Klebestreifen.

  • Papierbanderole: 1 Gramm
  • Zellglasbeutel: 1,4 und 2,4 Gramm (wir verwenden zwei Größen)
  • Wachspapier: 1,4 Gramm
  • Glas für 50 Gramm Hautcreme: 90,5 Gramm

Schon als wir angefangen habe uns über diesen Artikel Gedanken zu machen, hatten wir ein Bild vor Augen. Wir wollten euch eine durchschnittliche Duschgelflasche zusammen mit der Anzahl an Seifenstücken zeigen, die das gleiche Verpackungsgewicht haben. Dabei hatten wir aber ein ganz kleines Problem, bei uns im Haushalt gibt es schon seit Jahren keine Flaschen mit Duschgel oder Flüssigseife mehr. Und auch die Nachfrage im engeren Familien- und Freundeskreis förderte leider keine Flasche zu Tage. (Das ist für uns natürlich grundsätzlich ein sehr positiver Umstand smiley )

Erst die Nachfrage in der weiteren Nachbarschaft brachte dann ein paar Flaschen ein. Beim Abwiegen der leeren Flaschen haben wir dann festgestellt, dass die Flaschen zwischen 25 und 35 Gramm wiegen. Für unser Foto haben wir eine Flasche ausgewählt, die ihren 300 Milliliter Inhalt in gut 29 Gramm Erdölplastik verpackt. Zum Vergleich haben wir unsere Standard-Wachspapierverpackung herangezogen, so dass wir 21 Seifenstücke à 95 Gramm neben der Flasche aufstapeln konnten.

Mit dieser Menge Seife, kann eine Person ganz locker mehr als ein Jahr auskommen, selbst wenn mit der Seife geduscht wird und die Hände und die Haare gewaschen werden. Dass, das mit einer Flasche Duschgel nicht klappen drüfte, muss eigentlich nicht extra erwähnt werden.

Es geht auch (fast) ohne Verpackung

Da ihr ja sicher zu den aufmerksamen Lesern gehört, sind euch sicher in der kurzen Liste unserer Verpackungen die erste und Position aufgefallen: Papierbanderole.

Als uns Sabrina Machleid von Unverpackt Lorsch Mitte letzten Jahres angesprochen hat, ob wir ihr für ihren Unverpackt-Laden unsere Seifen auch nur mit einer Papierbanderole liefern können, haben wir natürlich sofort zugesagt. Seit dem liefern wir ihr regelmäßig, die Seifen, die sie für ihren Laden ausgewählt hat, direkt nach Abschluss der Reifezeit mit einer Papierbanderole. Da sie viele unserer unbedufteten Sorten im Angebot und darüber hinaus immer nur einen kleinen Bestand vorrätig hat, kommt unsere Seife in diesem Fall ganz ohne schützendes Wachspapier oder Zellglas aus.

Auf Grund der positiven Erfahrungen bei Unverpackt Lorsch, ist es für uns eine Überlegung wert, zumindest unsere unbedufteten Sorten auch online nur mit einer Banderole anzubieten. Wärt ihr daran interessiert?

Wie geht es weiter

Natürlich werden wir uns jetzt nicht ausruhen, sondern sind weiter darauf aus, unsere Verpackungen weiter zu verbessern. Wobei eine Verbesserung dabei natürlich eine weitere Verringerung oder Vermeidung oder zumindest eine noch besser Umweltverträglichkeit/Wiederverwertbarkeit bedeutet.

Unser nächstes großes Ziel ist es euch wirklich mehrfach verwendbare Versandverpackungen anbieten zu können. Allerdings wären alle diesbezüglichen Angebote, die wir bisher kennen mit Kosten verbunden, die wir zumindest zu Teil auch weitergeben müssten. Wäret ihr bereit für den Versand zukünftig 8,- bis 10,- Euro zu zahlen (bzw. 4,- bis 5,- Euro bei den Sendungen, die bisher portofrei waren), wenn damit dann auch die Kosten bzw. der Rückversand einer mehrfach verwendbaren Verpackung abgegolten wäre?

Bei unseren Cremes haben wir in diesem Zusammenhang vor eine Rücknahme anzubieten, die auch einen echten Mehrwert für euch Kunden hat. Bei der Rückgabe von 10 Gläsern erhaltet ihr ein Glas Creme kostenlos bzw. bei der Rückgabe von 5 Gläsern, einen Rabatt von 50% auf ein Glas Creme.  Was haltet ihr davon?

Es würde uns freuen, wenn ihr hier als Kommentar oder als Mail/Nachricht eure Meinung zum Thema Verpackungen mit uns teilt.

Was haltet ihr davon, wenn wir auch unsere Motivseifen in Wachspapiertüten verpacken. Wie es sieht es mit Papierbanderolen für unsere unbedufteten Seifen aus?

Wäret ihr bereit höhere Versandkosten zu zahlen, wenn der Versand dafür in einer Mehrwegverpackung erfolgen würde? Und würdet ihr uns unsere Cremegläser zurückschicken/zurückgeben?

Ich freue mich von euch zu hören!

Eure

Seifenhexe

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