Shampooseife – Haare mit Naturseife waschen!

13.05.2018 16:14

Immer wieder werde ich an unseren Ständen oder auf Messen etwas ungläubig gefragt „Shampooseife – kann man sich damit wirklich die Haare waschen?“

Die erste Antwort darauf lautet dann schlicht: „JA!“

In der Regel ist es aber mit diesem einfachen JA nicht getan, denn es folgen natürlich Anschlussfragen.

Sie lauten - „Wie geht das?“, „Was ist in der Shampooseife bzw. was unterscheidet sie von »normaler« Naturseife?“, „Sieht das Haar hinterher anders aus oder fühlt es sich anders an?“ und von denjenigen, die sich mit dem Thema Haare und Seife schon beschäftigt haben „Muss ich nicht mit Essigwasser nachspülen – wegen des Seifenkalks?“

Die wichtigsten Fragen, die praktisch jeder stellt, und viele nützliche Infos rund um die Haarwäsche mit Seife habe ich in diesem Artikel zusammengefasst.

Wie man sich die Haare mit Seife wäscht

Das wie lässt sich am leichtesten beantworten. Um die Haare zu waschen, geht ihr wie mit einem normalen Haarshampoo vor:

  • Ihr macht die Haare schön nass.
  • Dann nehmt ihr das Shampooseifenstück und fahrt damit mehrmals über die nassen Haare.
  • Die Seife wieder auf ihre Seifenschale legen und die Seife mit beiden Händen gründlich aufschäumen. Ob ihr beim Einseifen genug Seife auf das Haar übertragen habt, seht ihr daran, ob sich eine ausreichende Menge Schaum bildet. Falls ihr mehr Schaum braucht/wollt, greift einfach noch einmal zur Seife.
  • Dann heißt es gründlich Ausspülen. Das ist dann vielleicht doch der einzige kleine Unterschied zur Verwendung eines normalen Shampoos, ihr müsst evtl. etwas mehr Sorgfalt auf das Ausspülen verwenden.

Was ist in unserer Shampooseife – was unterscheidet Shampooseife von normaler Seife

Ich habe die Rezepturen unserer Shampooseifen speziell auf die Bedürfnisse von Haar und Kopfhaut abgestimmt. Dabei ist mir die Kopfhaut besonders wichtig, denn die meisten Haarprobleme haben ihren Ursprung auf bzw. in der Kopfhaut. Daher ist es meiner Erfahrung nach besonders wichtig für eine gesunde Kopfhaut zu sorgen.

Die Shampooseifen haben einen mittleren Überfettungsgrad (7 bis 9%), was meiner Erfahrung nach ideal ist, damit sich das Haar weich und locker anfühlt ohne vor Fett zu kleben oder quasi sofort nach dem Waschen wieder ungewaschen fettig auszusehen.

Die Inhaltsstoffe einer Shampooseife unterscheiden sich daher nicht grundsätzlich von denen unserer anderen Naturseifen, denn auch die sind ja vor allem auf gute Pflegewirukung und Verträglichkeit ausgelegt. Die Kombination der Inhaltsstoffe und die Mengenverhältnisse sind in unseren Shampooseifen aber eben genau auf Kopfhaut und Haar abgestimmt.

Hier eine kurze Übersicht der wichtigsten Inhaltsstoffe in unseren Shampooseifen:

Traubenkernöl macht die Seife sehr mild und ist daher gerade bei empfindlicher Kopfhaut ein idealer Bestandteil einer Shampooseife.

Rizinusöl sorgt nicht nur für einen schönen Schaum, es enthält viel Vitamin E, reinigt ohne auszutrocknen und kann sich positiv auf Schuppenbildung auswirken.

Distelöl in der Seife wirkt sich positv bei fetter Haut und Mischhaut aus.

Jojobaöl ist dem menschlichen Hautfett sehr ähnlich, dringt daher gut in die Kopfhaut ein und wirkt pflegend.

Ätherisches Lavendelöl beruhigt die Kopfhaut und es duftet natürlich sehr schön.

Ätherisches Patchouliöl wirkt antibakteriell und entzündungshemmend

Ätherisches Rosmarinöl wirkt sich positiv auf die Durchblutung der Kopfhaut aus und es sorgt dafür, dass das Haar lange nicht fettig aussieht.

Ätherisches Zitronenöl verbessert die Kämmbarkeit von eher dicken, schwer kämmbaren Haaren.

Was in einer natürlichen Shampooseife komplett fehlt sind Microplatik, chemische Inhaltsstoffe wie künstliche Düfte, Silikone oder gar Parabene.

Welche Shampooseife für wen?

Wenn ihr empfindliche Kopfhaut oder gefärbtes Haar habt, solltet ihr es mit unserer Shampooseife mit Ziegenmilch probieren.

Wollt ihr eine bessere kämmbarkeit, greift zur Shampooseife Zitrus.

Die Shampooseife Lavendel Rosmarin, ist wie für euch gemacht, wenn ihr einfach eine Shampoo-Seife für normale Kopfhaut- und Haarverhältnisse sucht.

Sieht das Haar hinterher anders aus oder fühlt es sich anders an?

Die Antwort auf diese beiden Fragen lautet eindeutig JA! Das sich das Haar anders anfühlt als bei der Verwendung eines „Chemie-Shampoos“ werdet ihr vermutlich schon nach der ersten Wäsche merken.

Da unsere Shampooseifen nichts enthalten, was sich um das Haar legt, um es – meist eher angeblich als tatsächlich – leichter kämmbar, gesünder, stärker und was sonst nicht noch alles zu machen, bekommt ihr schon nach der ersten Wäsche / nach den ersten Wäschen euer natürliches Haargefühl zurück (je nachdem wie hartnäckig die vorher ggf. verwendet Chemie so an den Haaren haftet).

Ohne Silikone, die sich um euer Haar legen, wird es tatsächlich mit der Zeit etwas anders aussehen und sich anders anfühlen. Anders ist aber eben nur anders und nicht schlechter.

Ein Ammenmärchen ist es hingegen, dass das Haar bei der Wäsche mit Seife, seinen Glanz verliert, das ist nicht so. Vorausgesetzt es gibt keine Ursache im Bereich des Stoffwechsels oder der Ernährung, glänzt euer Haar auch weiterhin ganz natürlich, spätestens wenn die Haare gekämmt, gebürstet und frisiert sind.
Was natürlich nicht mit dem Hochglanzlack-Look vergleichbar ist, den man sich mit so mancher Pflegespülung verschaffen kann.

Allerdings gibt es tatsächlich etwas zu beachten. Wenn ihr eure Haare färbt kann es sein, dass sich diese Farbe schnelle auswäscht als bei der Verwendung von künstlichen, waschaktiven Substanzen. Außerdem machen manche Haarfärbemittel das Haar im Grunde sehr spröde, so dass es sich nur bei der Ummantelung mit zusätzlicher Chemie (z.B. Silikone) nicht allzu strohig anfühlt oder gar die Spitzen dazu neigen zu brechen. Wenn ihr färbt, solltet ihr das im Auge behalten und ggf. das Haarfärbemittel wechseln.

Stichwort Seifenkalk – Kalkseife

Seifenkalk bzw. Kalkseife bildet sich aus dem im Wasser enthaltenen Kalk in Verbindung mit den waschwirksamen Substanzen der Seife, den anionischen Tensiden.

Seifenkalk ist nur schlecht wasserlöslich und setzt sich daher gerne ab. Was alle Naturseifennutzerinnen sicher auch bestätigen können, denn diese Ablagerungen findet man dann auch im Waschbecken, dort rückt man ihnen mit Reiniger gegen Kalkflecken oder besser z.B. mit Essigwasser zu Leibe.

Viele Seifennutzerinnen sind daher davon überzeugt, dass man auch nach der Haarwäsche mit Naturseife, mit Essig- oder Zitronenwasser nachspülen sollte, damit sich der Seifenkalk nicht auf Haar und Kopfhaut absetzt.

Die Situation ist aber bei der Wäsche eine ganz andere als im Waschbecken, denn anders als im Waschbecken, lasst ihr das Wasser in dem ggf. noch Seifenkalk schwimmt, nicht auf dem Haar trocknen, sondern spült die Seife nach dem Aufschäumen ja sofort gründlich wieder aus. Die Situation, durch die im Waschbecken Kalkseifeablagerungen entstehen, tritt auf dem Kopf nicht auf.

Wäre die Bildung und Ablagerung von Kalkseife beim Waschen generell ein Problem, würde der gleiche Effekt ja auch beim Händewaschen und Duschen auftreten, was nicht der Fall ist und ich kenne auch niemanden, der oder die nach jeder Handwäsche oder Dusche mit Essigwasser spült.

Unserer Erfahrung aus Jahren der Praxis nach, ist es also bei unseren Shampooseifen unnötig das Haar nach dem Waschen noch mit Essig- oder Zitronenwasser auszuspülen, denn wenn man die Seife gründlich aus dem Haar spült wird dabei auch der Seifenkalk ab- bzw. ausgespült.

Wenn man es mit sehr hartem Wasser zu tun hat (17° und mehr), kann das aber evtl. anders sein, da dann ggf. mehr Seifenkalk gebildet wird. Wir haben hier in Mossautal sehr weiches Wasser (Wasserhärte 4 bis 5°) und waren bisher nur für längere Zeiten in Gegenden mit einer Wasserhärte bis zu 14° (z.B. Berlin).

Habt ihr eure Haare schon mit Shampooseife gewaschen? Was für Erfahrungen habt ihr gemacht? Wie immer freue ich mich über euer Feedback.

Eure Seifenhexe!


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